Zusammenfassung der Lizentiatsarbeit
Einleitung
In den letzten fünfzig Jahren haben fast alle Staaten der Erde Gremien und Stellen eingerichtet, die sich um Frauen- und Gleichstellungsfragen kümmern. Die Frage ist: Inwiefern engagiert sich die Schweiz und insbesondere die Kantone an diesem internationalen Phänomen?
Umfassender Überblick über alle 26 Kantone
Alle 26 Kantone werden einzeln beschrieben, was sie in der Frauen- und Gleichstellungspolitik in Bezug auf eine kantonale Fachstelle für Gleichstellung bis Ende 2005 unternommen haben. Der Überblick umfasst die historische Entwicklung, die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen und die Ressourcenausstattung der kantonalen Fachstellen.
Nationaler Vergleich zeigt positive und negative Entwicklungen
In einem zweiten Teil werden die Kantone quer verglichen und zentrale Eigenschaften, wie geringe Ressourcenausstattung, geringe rechtliche Verankerung und wiederkehrende politische Kürzungsforderungen und deren hierarchischen Folgen beschrieben.
Dieser Überblick über die gesamte Schweiz bringt erschreckendes zu Tage. Positive Entwicklungen, wie eine fast flächendeckende Nachweisbarkeit des Auftretens der Forderung nach einer kantonalen Fachstelle oder eine gewisse institutionelle Immunität gegenüber der Forderung nach einer Integration von Familienfragen auf Kosten der Frauen- und Gleichstellungsfragen werden ebenfalls detailliert dokumentiert.
Methodisches: Dokumentenanalyse und QCA
Methodisch basieren die oben beschriebenen zwei Teile der Lizentiatsarbeit auf einer Dokumentenanalyse von Parlamentsprotokollen, Zeitungsartikeln und Rechtstexten. Im dritten Teil werden mit einem QCA die Bedingungen untersucht unter denen es zur Entstehung und zur Weiterexistenz von kantonalen Fachstellen für Gleichstellung kommt.
Zentrale Ergebnisse des QCA
Im Laufe des Untersuchungszeitraumes von Ende der 1980er Jahre bis Ende 2005 werden in 18 Kantonen insgesamt 17 kantonale Fachstellen für Gleichstellung eröffnet: AG, AR, BE, BL, BS, FR, GE, GR, JU, LU, NE, NW/OW, SG, TI, VD, VS, ZG UND ZH. Von diesen Stellen werden bis Ende 2005 zwei komplett geschlossen: AG und ZG.
Die Analyse mit QCA fördert einige interessante Ergebnisse zu Tage. So zum Beispiel, dass Kantone mit einem, im kantonalen Vergleich, geringen Ausgabenvolumen keine Fachstelle eröffnen: Dies obwohl die finanziell kleinsten Kantone eine Fachstelle eröffnen und die finanzielle Belastung durch eine Fachstelle verschwindend gering ist im Vergleich zu den kantonalen Gesamtausgaben. Männliche Feministen in der kantonalen Exekutive spielen bei der Entstehung von kantonalen Fachstellen eine wichtige Rolle.
Für die Weiterexistenz der Fachstelle ist es in vielen Fällen bedeutsam, dass eine Frau dauerhaft in der kantonalen Exekutive vertreten ist. Eine vollständige Abschaffung der Fachstelle lässt sich nicht generell verhindern: Weder mit einer männlichen Stellenleitung, noch mit einer rechtlichen Verankerung der Fachstelle.
Einige geklärte und viele offene Fragen
Die Lizentiatsarbeit kann einige grundlegende Fragen im Bereich der institutionellen Frauen- und Gleichstellungspolitik in der Schweiz beantworten. Gleichzeitig wird offensichtlich, wie wenig in der Schweiz im Bereich der staatlichen und nichtstaatlichen Frauen- und Gleichstellungspolitik der letzten dreissig Jahre bereits erforscht wurde.
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